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Fachstelle für Eltern-, Lehrer- und Schülerberatung

Fallbeispiele

Die Eltern von Johannes besuchen das Training, weil ihr Sohn im Fach Rechnen Schwierigkeiten hat. Der Vater übt jeweils an den zwei Tagen vor den Prüfungen intensiv den jeweiligen Stoff und äussert, dass er nicht verstehen kann, weshalb Johannes „es einfach nicht kann“. Die Mutter fügt hinzu, dass er die Rechnungen schon verstehe, aber viel zu langsam sei.

Am ersten Abend lernen die Eltern, sich in die Lage von Johannes zu versetzen. Sie sehen, dass sich ihr Kind in einem Teufelskreis befindet: Johannes erlebt Misserfolge auf die er selbst und seine Eltern mit Enttäuschung und Ärger reagieren. Um diese Gefühle zu vermeiden, weigert sich Johannes mehr und mehr, sich auf Rechenübungen und die Hausaufgaben einzulassen. Im Unterricht passt er weniger auf und klagt vor Prüfungen über Bauchschmerzen. Die Lücken vergrössern sich zusehends und machen weitere Misserfolge immer wahrscheinlicher.

Die Eltern lernen im Kurs, dass:

  • Sie die Übungen so gestalten müssen, dass es für Johannes möglich ist, Erfolge zu erleben. Mit dem aktuellen Schulstoff ist er überfordert. Die Übungen müssen deshalb aus einfacheren Übungen bestehen, sodass Johannes die meisten Aufgaben lösen kann. Im Fall von Johannes muss dazu beim Stoff des letzten Schuljahres begonnen werden.
  • Johannes für diese Zusatzübungen motiviert werden kann, indem er belohnt wird. Die Eltern und Johannes einigen sich während der Woche darauf, dass er an den Übungstagen 10 Minuten länger aufbleiben darf.
  • Ihre Reaktionen als Eltern für Johannes sehr bedeutsam sind. Die Eltern achten darauf, ihr Kind mehr zu ermutigen und bei Misserfolgen mit mehr Verständnis zu reagieren.
  • Kurze, aber regelmässige Übungen von 10 Minuten nützlicher sind, als massiertes Lernen vor der Prüfung.

Die Eltern führen mit Johannes eine einfache Lückenanalyse durch, die im Buch Schritt für Schritt beschrieben wird. Sie stellen dabei fest, dass Johannes die Addition und Subtraktion im Zehnerraum nicht beherrscht und beim Rechnen noch die Finger benutzt.

Sie beginnen deshalb beim Üben mit der Addition im Zehnerraum. Anstatt wie bisher die Rechnungen durcheinander abzufragen, üben sie nun mit Johannes immer höchstens drei neue Rechnungen pro Tag ein und repetieren jeweils den bereits gelernten Stoff. Johannes gelingt es durch diesen Aufbau, sich die Rechnungen und Ergebnisse zu merken. Er wird schneller und freut sich über seine Fortschritte. Neben den Erfolgserlebnissen wird er durch die Abmachung motiviert, dass er an den Übungstagen 10 Minuten länger aufbleiben darf und so nicht seine wertvolle Freizeit hergeben muss.